Wie ich zu kohlenhydratarmer Ernährung kam

Was es brauchte

Manchmal braucht es eigene Erfahrungen, um sich überhaupt mit der Ernährung zu beschäftigen. Bei mir waren es zwei Faktoren.

 

Zum einen bekam ich 2013 eine Brustkrebs-Diagnose.

Auf alle meine Fragen, an die behandelnden Ärzte und Ärztinnen, was ich von mir aus tun kann, damit ich so einer Diagnose in Zukunft entgegenwirken kann, bekam ich keine Antwort.

Ich vermute, sie wussten es schlicht und einfach nicht. Also ging ich selbst auf die Suche.

Krebs-Schleife
Maßband um eine Tomate gewickelt

Zum zweiten hatte ich von meiner letzten Schwangerschaft immer noch gefühlte 5-7 Kilo zuviel um den Bauch herum und die Tendenz war steigend.

Was die Kilos betraf, ließ ich erstmal verschiedene „konstitutionelle“ Messungen machen, damit der zukünftige Diätplan auch etwas mit mir zu tun hat. Zumindest glaubte ich das damals noch…

Was ich davon hatte…

Alle liefen darauf hinaus, dass ich mind. 150g Kohlenhydrate am Tag essen solle, dass ich Kohlenhydrate viel besser vertrage als Fett, dass ich unbedingt auf fettarme Ernährung achten solle und dann würde alles gut. Plus regelmäßiger Bewegung natürlich.

Gesagt, getan. Nach 6 Wochen hatte ich noch kein Gramm abgenommen…

LowCarb Lebensmittel auf einem Holztisch

Da erzählte mir eine Freundin, dass sie früher mit nur 30 g Kohlenhydraten pro Tag und einer Eiweiß-Portion zu jeder Mahlzeit gut abgenommen hatte.

Auch wenn das genau das Gegenteil der Empfehlungen war, die ich aus den verschiedenen Analysen heraus bekommen hatte, wollte ich das natürlich ausprobieren. Denn wie wir alle wissen, bringt mehr vom Gleichen üblicherweise keine Änderung hervor.

Und siehe da, der Erfolg stellte sich umgehend ein.

So kaufte ich Bücher zum Thema LowCarb und kam dadurch auch bald auf die Zusammenhänge zwischen Glucose und Krebs.

Aufgrund meiner Brustkrebs-Diagnose, sprach diese Information für mich natürlich noch zusätzlich gegen zu viele Kohlenhydrate in der Nahrung und so stand mein neuer Lebensstil fest:

blauer Himmel mit weißen Wolken

„Unterschiedlich-strenge-jedoch-deutlich-kohlenhydratreduzierte-Lebensweise“.

Was bedeutet das für mich?

  • zuhause und im Restaurant Nudeln, Reis, Kartoffeln und Brot aus Getreide ganz weg zu lassen.
  • darum zu bitten, dass mir die Beilagen im Restaurant in Salat oder Gemüse ersetzt werden.
  • als Obst überwiegend Beerenobst zu essen.
  • in meinem eigenen Haushalt keinen Haushalts-, keinen braunen Zucker und auch keine kohlenhydratreichen Sirupe mehr zu verwenden.
  • keinen Saft mehr zu trinken
  • nur noch gesunde Öle zu verwenden (Kokosöl, Ghee, Olivenöl)
  • wieder mit Genuss Fett zu essen (Avocado, Sahne, Remoulade, vollfette Milchprodukte)
  • die wesentlich höhere Energie, die ich dadurch habe, zu genießen.
  • Ausnahmen zu machen, wenn ich irgendwo zu Besuch bin. (damit würde ich sofort aufhören, wenn ich dringenden Bedarf sehe, z. B. Gewichtszunahme oder Krankheit)

Dazu muss ich sagen, dass ich auch schon streng Ketogen gelebt habe und gerne LCHF. Aber alles zu seiner Zeit…

Woran mein Herz schon immer hing

Dazu muss ich sagen, dass ich auch schon streng Ketogen gelebt habe und gerne LCHF. Aber alles zu seiner Zeit…

Die ausführliche Auseinandersetzung mit den verschieden kohlenhydratlastigen und kohlenhydratarmen Ernährungsformen, hat mir auch noch einmal bestätigt, „woran mein Herz schon immer hing“:

Schlagsahne

  • Ich kann mich an eine Zeit erinnern, das war ungefähr 1996, da habe ich schon über Jahre hinweg etwa einen Becher Sahne am Tag verbraucht. Ich war schlank und fühlte mich gesund, fuhr täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit und ging am Wochenende mit meinem Freund tanzen. Trotzdem hatte ich immer ein komisches Gefühl, wegen des vielen Fettes, das ja angeblich so ungesund sein soll.
  • Schon immer habe ich ungern Äpfel gegessen, da ich davon Hunger bekam (Blutzzuckerspiegel). Aber sie sollten ja so gesund sein …
  • Ein Gericht ohne die nötige Cremigkeit, machte mich nicht satt, im Sinne von zufrieden. Und ich dachte jahrelang, bei mir laufe „irgendetwas falsch“, obwohl ich gesund und fit war.

20 Jahre später

Heute, 20 Jahre später, verstehe ich die ganzen Zusammenhänge. Ich verstehe, dass ich meinem Körpergefühl hätte trauen können. Und ich bin froh, endlich angekommen zu sein, bei meiner Ernährung.

„Deine Nahrungsmittel seien deine Heilmittel.“

(Hippokrates, griechischer Arzt, ca. 400 v.Chr.)

Aus meinem Leben kann ich sagen: „Glücklich ist, wer sein Körpergefühl noch nicht verloren hat.“ Und glücklich bin ich, seit ich es wieder cremig, sahnig, fett haben darf.

Die „Süße im Leben“ muss ich mir halt woanders holen. 😉

By |2017-02-14T11:33:18+00:0025. August, 2016|Ernährung|0 Comments

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